Im Walzertakt

Liebesliederwalzer von Johannes Brahms

 

Die Liebesliederwalzer von Johannes Brahms haben eine erstaunliche Entste­hungs­geschichte. Die 18 Walzer op. 52 entstanden im Sommer 1868. Vor der Veröffentlichung des Werkes im folgenden Jahr kam es zu einem Streit zwischen Brahms und seinem Verleger Simrock über die Besetzung des Werks: Simrock fügte dem Titel eigenmächtig die Bezeich­nung „mit Gesang ad libitum“ zu, um damit grössere Käuferschichten anzusprechen. Brahms stimmte widerwillig zu, beharrte aber darauf, die Gesangsstimmen mit zu veröffentlichen und eine reine Klavier­ausgabe erst später folgen zu lassen. Brahms erstellte später dann eine Fas­sung für Klavier zu vier Händen ohne Gesang (op. 52a), die in vielen Details von den Klavierparts der gesungenen Aus­gabe abweicht. Eine Bearbeitung einer Aus­wahl von neun Liedern für Orchester, ebenfalls mit "Gesang ad libitum" erstellte Brahms für eine Aufführung 1870. Wegen des grossen Erfolgs der ersten Sammlung ließ Brahms 1874 die zweite Sammlung von 15 weiteren Liedern als Neue Liebes­lieder op. 65 folgen.

Johann Strauss Sohn widmete den grossen Konzertwalzer op. 443 seinem Förderer Johannes Brahms. Dieser hatte ihm unter anderem den Kontakt zum schon erwähnten Verleger Simrock ver­mit­telt. Strauss schrieb seinen Walzer zur Eröff­nung der Weltausstellung 1892 in Wien, "populär, aber dennoch gewürzt und gepfeffert ohne Einbusse des Zweckes eines Walzers".

Zigeunerromantik war im Theater sehr beliebt. Auch das Verhältnis Österreichs zu Ungarn war ein gerne bearbeitetes, von Romantik und Exotik verklärtes Thema: Bei Strauss kommt es ausser im Zigeuner­baron auch in der Fledermaus vor und bei Lehár in seinen Operetten "Die lustige Wit­we" und "Zigeunerliebe". Lehar ver­such­te mit "Zigeunerliebe" neue musi­ka­lische Wege zu gehen, indem er die große dramatische Opernform mit schwung­vol­len Wiener Walzern und noch stärker mit temperamentvoller ungarischer Folklore verschmolz. Er hat dazu Klänge der ihm vertrauten ungarischen Zigeunermusik eingesetzt, aber nicht vorrangig die Csárdás­rhythmen oder den Zymbalklang, sondern vor allem vielfache Moll-Eintrü­bungen der Melodik und Harmonik.


Nicola Brügger Witzig schloss 1999 ein Kir­chen­musikstudium B mit Hauptfach Chor­lei­tung an der Musikhochschule Luzern ab, wo sie auch ihre Gesangsausbildung bei Peter Brechbühler begann. Diese führte sie bei Lena Hauser an der Musikhochschule Zürich-Winterthur weiter und erwarb 2004 das Kon­zert­diplom Lied/Oratorium mit Auszeichnung. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Margreet Honig, Hartmut Höll, Jill Feldmann. Ihr Reper­toire reicht vom Barock bis zu Werken des 20. Jahrhunderts und umfasst zahlreiche gros­se Oratorien, Passionen und Messen ihres Fachs.

Peter Freitag studierte Orgel bei Rudolf Scheidegger und Orchesterleitung bei Johan­nes Schlaefli. Er leitet das Kammerorchester Kloten, ist Chorleiter an der kath. Kirche Näfels und Organist und Kirchenmusiker an der ref. Kirche Uster. Daneben arbeitet er in freien Projekten in den Bereichen Musik­theater, Alte und Neue Musik als Dirigent, Korrepetitor, Pianist, Cembalist und Organist. www.peterfreitag.ch


Johann Strauss (1825-1899):

Ouvertüre
Zigeunerlied "So elend und so treu"

aus der Operette "Der Zigeunerbaron" (1885)

 

Franz Lehár (1870-1948):

"Meine Lippen, sie küssen so heiss"

aus der Operette "Giuditta" (1934)

 

"Hör' ich Cymbalklänge"

Lied und Csárdás aus der Operette "Zigeunerliebe" (1910)

 

Johann Strauss:

"Seid umschlungen Millionen!"
Walzer op. 443 (1892)

Johannes Brahms gewidmet

 

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Johannes Brahms (1833-1897):

Liebesliederwalzer
op. 52 (1868) und op. 65 (1874)

Bearbeitungen für Orchester des Komponisten und Bearbeitungen für Streicher von Friedrich Hermann

 
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