Russische Landschaften

"Zu neuen Ufern!", dies war der häufig wiederholte und bekräftigte Wahlspruch der fünf jungen Komponisten Mussorgsky, Borodin, Rimsky-Korsakow, Balakirew und Cui, die als "Mächtiges Häuflein" in die Musik­geschichte eingegangen sind. Diese Gruppe tauschte neue Kompositionen aus zur gegenseitigen Begutachtung und bildete sich mit dem Studium und dem Spiel alter Meister weiter (Mozart, Bach, Haydn, Liszt und Schubert). Auch wurden gegenseitig Konzert­auftritte mit neuen Kompositionen ermöglicht. Hinzu kommt der Gedan­kenaustausch über die verschiedens­ten musikalischen und philosophischen Themen: das russische National­bewusstsein in der Musik, die russische Oper, Instrumentation, Harmonielehre, Musikausbildung, Wagner (verpönt waren Chopin und Mendelssohn).

Rimski-Korsakow war ursprünglich Marinekadett und schrieb später als Professor des St. Petersburger-Konser­vatoriums eine wegweisende und noch heute sehr wichtige Instrumentations­lehre. Zu seinen berühmtesten Werken zählen die Scheherazade und das Capriccio Espagnol. Rimski-Korsakow war Lehrer so berühmter Komponisten wie Ljadow, Glasunow, Respighi, Strawinski und Prokofjew.

Borodin war Chemiker, Mediziner, musikalischer Autodidakt und ein direkter Nachfahre des letzten imeretischen Königs im georgischen Kaukasus.

Ljadow wurde in den Freundeskreis des Mächtigen Häufleins aufge­nommen, Mussorgsky schrieb über ihn: "es erschien ein neues, unzweifelhaft originelles russisches Talent... Ein kampflustiges Talent! Leichtsinnig, offenherzig, gewandt, frisch und kraftvoll..."

Glasunows erste Sinfonie schrieb dieser im Alter von sechzehn Jahren. Sie wurde ein grosser Erfolg. Balakirev schrieb: "Ausser Mendelssohn hat keiner so gut angefangen wie Glasunow." Glasunows bekanntester Schüler Schostakowitsch schrieb über ihn: "Er war ein Grandseigneur, und er wurde ein Mensch, den die ganze Musikerwelt seines Landes wegen seiner Güte segnete... Sein Gehalt als Direktor und Professor des Peters­burger Konservatoriums verteilte er an bedürftige Studenten. Seine berühmten Empfehlungsschreiben sind nicht zu zählen. Sie verhalfen vielen zu Arbeit und Brot. Manchen retteten sie das Leben."

 

Die Musikgeschichte der damaligen Zeit liest sich wie ein grosser Roman Dostojewskis, es sei ausdrücklich auf das sehr spannende Handbuch "Russische Musikgeschichte im Überblick" von Marc Mühlbach, Verlag Ernst Kuhn, Berlin verwiesen!

 

Peter Freitag studierte Orgel bei Rudolf Scheidegger und Orchesterleitung bei Johannes Schlaefli. Er leitet das Kammer­orchester Kloten, ist Chorleiter an der kath. Kirche Näfels und Organist an der ref. Kirche Uster. Daneben arbeitet er in freien Projekten in den Bereichen Musiktheater, Alte und Neue Musik als Dirigent, Korrepetitor, Pianist, Cembalist und Organist. www.peterfreitag.ch

Anatoli Ljadow (1855-1914)

Polonaise in D-Dur Opus 55
(zur Enthüllung eines Denkmals für Anton Rubinstein)

 

Alexander Borodin (1833-1887)

Eine Steppenskizze aus Mittelasien

 

Alexander Glasunow (1865-1936)

Deux pièces orientales Opus 14

- Idylle

- Rêverie orientale

 

Anatoli Ljadow

Der verzauberte See Opus 62

 

Mazurka Opus 19 ("auf dem Land")

 

 

Nikolai Rimsky-Korsakow
(1844-1908)

Sinfonietta über russische Volksweisen Opus 31

 

 
Copyright © 2012 Peter Freitag & Companies. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.